Der graue Star ist eine Trübung der Linse des menschlichen Auges. Andere Bezeichnungen hierfür sind Linsentrübung oder Katarakt. Die Bezeichnung Katarakt kommt aus der Antike. Ausgehend von der 4-Säfte Lehre hatte man sich vorgestellt, dass sich ein Wasserfall im Auge bildet. So konnte man die zunehmende Trübung der Augenlinsen erklären.

Vergleicht man das menschliche Auge mit einem Fotoapparat, so hätte die Linse zusammen mit der Hornhaut die Funktion eines Objektivs. Der graue Star ist ebenso wie trübes oder schmutziges Glas eines Objektivs. Das einfallende Licht kann nicht mehr ohne Störung auf den Film projiziert werden.

Ursachen

Es gibt mehrere Ursachen, die eine solche Trübung erzeugen können. Am häufigsten tritt der altersbedingte graue Star auf, den man besser als Degenerationserscheinung bezeichnen sollte, als eine Krankheit. Die Ursache liegt darin, dass sich Zellen und Fasern in der Linse immer mehr verdichten und an Durchsichtigkeit verlieren.

Es gibt aber noch andere Ursachen für einen grauen Star, z.B. Stoffwechselerkrankungen. Die häufigste davon ist die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Verschiedene andere Stoffwechselerkrankungen können aber ebenso zu Trübungen der Linse führen. Weitere Ursachen sind Verletzungen, Entzündungen im Auge, aber auch angeborene Fehlbildung der Linse, sowie toxische Ursachen zumeist in Form von Medikamenten. Ernährungsgewohnheiten, Nikotin und Alkohol haben ebenfalls einen Einfluss auf den grauen Star.

Symptome

Der altersbedingte graue Star entwickelt sich oft schleichend, sodass er manchmal erst spät auffällt. Bei anderen Ursachen kann die Entwicklung rascher voranschreiten, etwa bei Unfällen. Die Symptome können vielfältig sein, etwa verminderte Sehschärfe in der Ferne und/oder in der Nähe, Störungen der Farbwahrnehmung, Veränderung des Brillenbedarfs, Doppelbilder (an einem Auge), erhöhte Blendempfindlichkeit vor allem Nachts und verminderte Kontrastempfindlichkeit.

Diagnose

Diagnose mit letztendlich vom Augenarzt gestellt.

Behandlung

Die Behandlung des grauen Stars erfolgt ausnahmslos mittels Operation. Dabei wird die getrübte natürliche Linse aus dem Auge mittels einer dünnen Kanüle entfernt und anschließend in den verbleibenden Halteapparat eine Kunstlinse eingesetzt. Die verwendeten Kunstlinsen und Techniken werden laufend verfeinert, so dass heute Linsen immer individueller angepasst werden können.

Die Operation des grauen Stars ist die weltweit am häufigsten durchgeführte Operation und bedarf in der Regel lediglich eine Betäubung des Auges durch Tropfen. Eine Operation dauert etwa 10-20 min in einfachen Fällen. Eine Operation ist indessen niemals völlig harmlos und ungefährlich.

eine sorgfältige Aufarbeitung und Diagnosestellung sowie das ärztliche Aufklärungsgespräch über das zu erwartende Operationsergebnis und die zur Verfügung stehenden Kunstlinsen und Techniken sind in jeden Fall eine Voraussetzung für ein zufrieden stellendes Ergebnis.

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